70 Jahre … Die Stammhamer und ihr Doktor Lebenswerk eines Landarztes
Ein Beitrag von Michael Wittmann
Bis 1956 wurde Stammham in med. Notfällen von Dr. Mark aus Denkendorf mitbetreut. Es gab nur wenige Telefone im Ort zu dieser Zeit. Man kann sich vorstellen, dass es damals sehr schwierig war, den Doktor zu informieren. Und nicht immer war dieser auch gleich zur Stelle.
So kam es, dass im Juni 1956 Dr. med. Otto Schönbauer mit seiner Frau Anna in der Gemeinde Stammham vorstellig wurde. Aus dem schönen Landkreis Weilheim-Schongau kommend waren Sie natürlich anfänglich wenig begeistert. Jedoch konnte der damalige Bürgermeister Wolfsmüller das junge Paar mit seinem Charme für Stammham gewinnen.

Schnell bezog die Familie mit Sohn Günter das noch teilweise im Rohbau befindliche Hamberger Haus. Ein Raum für die Praxis und eine kleine Wohnung waren notdürftig fertig.
Dr. Schönbauer, der in Prag und München studiert hatte, war auch ein begnadeter Chirurg und Geburtshelfer. Viele scherzten: “.. wenn der eine Wunde vernähte, sah man danach besser aus als vorher“.
Schnell bezog die Familie mit Sohn Günter das noch teilweise im Rohbau befindliche Hamberger Haus. Ein Raum für die Praxis und eine kleine Wohnung waren notdürftig fertig.
Dr. Schönbauer, der in Prag und München studiert hatte, war auch ein begnadeter Chirurg und Geburtshelfer. Viele scherzten: “.. wenn der eine Wunde vernähte, sah man danach besser aus als vorher“.
Schnell erarbeitete sich Dr. Schönbauer nicht nur in der Gemeinde Stammham einen exzellenten Ruf, sondern auch in der näheren Umgebung, wie vor allem in Hepberg.
Seine Hilfsbereitschaft und seine Nähe zu den Patienten machten ihn zu einem Landarzt, den sich die Menschen schlechthin wünschten.
Auch Appertshofen war ab sofort medizinisch gut versorgt. Bei der Familie Klameth, wo es das einzige öffentliche Telefon gab, fand der Doktor eine Anlaufstelle wo er regelmäßig Rezepte ausstellte und Wünsche entgegennahm. Frau Klameth verteilte dann die Rezepte an die Patienten. So konnte für den Arzt und auch für die Patienten viel Zeit gespart werden. Wenn der Doktor Zeit hatte, wurde schon mal auch eine Zigarettenpause bei Frau Klameth eingelegt.
Mit seinem VW Käfer machte er Hausbesuche. Tag und Nacht war er zu erreichen. Stets einen Scherz auf den Lippen war er immer und für alle da. Ja, die Schönbauers waren gesellschaftlich und beruflich nicht mehr aus Stammham wegzudenken.
Sohn Rainer kam dann 1958 zur Welt und es wurde den Schönbauers im Haus Hamberger zu eng. Auch die Praxis war natürlich zu klein. So kam es, das Dr. Schönbauer von der Fam. Ortner ein großes Grundstück erwarb, auf dem er 1961 seine neue Praxis mit Wohnhaus errichtete.
Eine neue Ortsmitte in Stammham war entstanden. Bäcker, Metzger, eine Arztpraxis und auch die Hebamme Rita Hamberger waren das neue Dorfzentrum.
Der Sohn Dr. Rainer Schönbauer führte mit seiner Frau Dr. Beate Schönbauer ab 1989 die Praxis sehr erfolgreich fort. Auch der junge Doktor machte noch viele Hausbesuche und war stets zur Stelle, wenn seine Hilfe benötigt wurde. Sein Vater arbeitete zur Unterstützung noch bis 1992 tatkräftig mit. Somit war die hervorragende ärztliche Versorgung in Stammham weiterhin gewährleistet.
2021 kam Tochter Dr. Petra Schönbauer in dritter Generation ins familiäre Ärzte-Team und löste die Mutter ab, die eine andere große Aufgabe übernommen hat. Sie kümmert sich um den Nachwuchs, denn die äußerst beliebte wie kompetente Dr. Petra Schönbauer hat nämlich drei Kinder. Ob das die vierte Generation wird ? Die Stammhamer Bürger würden sich jedenfalls sehr darüber freuen.