Geschichtsfreunde Stammham wandern durch den Neuhau

Geschichtsfreunde Stammham wandern durch den Neuhau

28. August 2026 Aus Von Heimatforscher

Ein Beitrag von Hans Gerstmayer

Die Waldwanderung durch den Neuhau fand bei den Geschichtsfreunden Stammham wieder großen Anklang. Unter der Leitung von Stadtförster Hubert Krenzler und Ortsheimatpfleger Kurt Richter ging es mehr als zwei Stunden lang durch den Forst.

Foto: Hans Gerstmayer

Den Bogen von der Eiszeit bis zur Jetztzeit hat der Ingolstädter Stadtförster Hubert Krenzler bei der Waldwanderung der Geschichtsfreunde Stammham geschlagen.

Bei schweißtreibenden Temperaturen ging es unter Leitung des Stammhamer Ortsheimatpflegers Kurt Richter rund vier Kilometer durch den Neuhau.

Vor rund 12 000 Jahren prägten Tundren und Savannenlandschaften das Bild auch in der Region. Große Tiere konnten gejagt werden. Die Menschen widmeten sich, wie Hubert Krenzler erläuterte, ab der Jungsteinzeit auch dem Ackerbau. Als es wärmer wurde, fanden Bäume und Sträucher aus Südeuropa den Weg in unsere Gegend.

In der späten Bronzezeit, so ab 1300 v.Chr., entstanden dann z.T. sehr große Friedhöfe, die sogenannten Urnenfelder, wie Kurt Richter erklärte. Der Weg führte die Wanderer an einem solchen Friedhof im Wald vorbei, in dem bei einer archäologische Grabung im Jahr 2021 das Grab eines Schwertträgers gefunden wurde. Außerhalb von Stammham gebe es eine Begräbnisstätte aus dieser Epoche, deren Größe bis heute nicht exakt geklärt sei. Im Ingolstädter Ortsteil Zuchering ist laut Richter ein unvergleichlich größerer Friedhof aus dieser Urnenfelderzeit gefunden worden. Neben knapp 600 untersuchten Gräbern schätzt man dort gesamt auf 800 – 1.000 Bestattungen.

Krenzler führte die Gruppe weiter zu einem Pflanzgarten, der von seinem Urgroßvater im Jahr 1890 angelegt worden war. Eine große Pflanzaktion gab es auch in den Jahren ab 1958. Damals wurden rund 1,2 Millionen junge Bäume in die Erde gesetzt. Das seien meist Lärchen, Bergahorn, Erlen und auch Fichten gewesen. Der Neuhau besteht heute zu rund 60 Prozent aus Fichten, wie Krenzler weiter berichtete. Die Holzwirtschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten grundsätzlich gewandelt. Die Löhne der Forstarbeiter seien gestiegen, die der Setzlinge gefallen. Deshalb beschäftige die Stadt Ingolstadt auch nur noch ein paar Forstarbeiter. „Holz ist heute nichts mehr wert“, so Hubert Krenzlers Fazit.

Die Wanderung durch den Neuhau hat den Teilnehmern jedenfalls gut gefallen und viele von ihnen hoffen bereits jetzt auf eine Neuauflage im kommenden Jahr. Das wäre dann die fünfte Tour der Geschichtsfreunde Stammham.